
Ihre Affinität für Motoren hatten die Firmengründer aus der Fliegerei. Der Flugzeugtechniker Carlo Guzzi und sein Kollege aus dem Heeresflugdienst Parodi gründeten 1921 ihre Aktiengesellschaft Moto Guzzi. Der Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen bildet bis heute das Firmenzeichen. Das Werk siedelte im Städtchen Mandella del Lario. Den Durchbruch für das Unternehmen brachten Siege im Rennsport. Bei der Europameisterschaft in der Halbliterklasse belegte Moto Guzzi 1924 auf der Rennstrecke Monza die beiden ersten Plätze. Der Erfolg schlug sich schnell in Zahlen nieder. Bereits ein Jahr später fertigten 300 Mitarbeiter die Serien-Jahresproduktion von 1200 Moto Guzzi Motorrädern. Innovationen wie eine selbst entwickelte, richtungweisende Hinterradfederung und eine Dreieckschwinge setzten Akzente. Zehn Jahre nach Firmengründung avancierte Moto Guzzi zum größten Motorradhersteller Italiens. Die Zeit vor dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg war von Rennsiegen – darunter bei der Tourist Trophy auf der britischen Isle of Man – charakterisiert.
Die Nachkriegszeit war geprägt durch kleinmotorige Zweiradproduktionen in Großserie. Die Auflage des Zweitakters “Guzzino” betrug 50.000 Einheiten. Es folgte die Moto Guzzi “Cardellino”, und mit den Typen “Astore” und “Falcone” mischte der Hersteller erstmals wieder in der Halbliterklasse mit. In den 70ern des letzten Jahrhunderts folgten dann Motorräder in der 750-ccm-Klasse. Spektakulär zu ihrer Zeit: die “V7″. Mit der Übernahme durch De Tomaso Industries im Jahre 1973 wechselte die Konstruktionsleitung, und bereits ein Jahr danach legte De Tomaso mit dem Integral-Bremssystem für Moto Guzzi Motorräder eine technische Innovation vor, die von asiatischen Herstellern erst zwölf Jahre später nachvollzogen wurde.
Seit den 60er Jahren steht der charakteristische 90-Grad-V-Zweizylinder in seiner typischen Motor-Architektur mit seinen aus dem Rahmenprofil ragenden Zylinderköpfen und Kardanantrieb quasi als Markenzeichen für Moto Guzzi Motorräder. Mit dem Modell “California” kreierte Moto Guzzi den Motorradtyp der bequemen Tourenmaschine. Eine parallel aufgebaute zweite Schiene mit bekannten Vertretern wie z. B. “Le Mans” und “Daytona” repräsentieren die Moto Guzzi in der sportlichen Ausprägung. Seit Dezember 2004 gehört Moto Guzzi zum Fahrzeughersteller Piaggio, der mit großem Engagement einen Neustart bei Moto Guzzi initialisierte. Bereits im Frühjahr 2005 wurde das neue “Top-of-the-Line” Produkt “Breva 1100″ in den Markt eingeführt. und in der Folge zur “Breva 1200″ weiterentwickelt.
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