Als große deutsche Traditionsmarken in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts vom Markt verschwanden – DKW, Horex, NSU, Viktoria -, da blieb dem Markt eine deutsche Motorradmarke mit großer Tradition erhalten: BMW. Seit 88 Jahren, nämlich seit 1923, baut die Bayerische Motorenwerke AG Motorräder, und erst 1928 stiegen die Münchener in die Automobilfertigung ein. Nur Flugzeugmotoren haben bei BMW eine längere Tradition. BMW Motorrad ist heute eines der Geschäftsfelder des international renommierten Fahrzeug- und Motorenherstellers BMW. Produziert wird seit dem Jahr 1967 in Berlin, im BMW-Werk in Spandau.
Die schon legendäre Motorrad-Konzeption basierte auf den Alleinstellungsmerkmalen Boxermotor in Verbindung mit Kardanwelle für den Antrieb. Diese erstmals in der BMW R32 realisierte, BMW-typische Bauweise ist bis heute in der “R” Baureihe repräsentiert und wird damit neben anderen Bauweisen fortgeführt. Viel Freude bereitete BMW der treuen Fangemeinde hubraumstarker Motorräder im Jahre 1969 mit der Markteinführung der Neukonstruktion R75, die gegen zunehmende fernöstliche Konkurrenz antrat. Ein neues Marktsegment erschloss man sich mit der ersten BMW Enduro – dem Typ R80G/S. Sie war gleichzeitig die erste Enduro mit Mehrzylindermotoren und Kardanantrieb. Was ob der für eine Geländemaschine unüblichen Bauweise keiner glaubte, wurde wahr: Die deutsche Enduro gewann die Rallye Dakar und katapultierte BMW in den erlauchten Kreis der Lieferanten für den Motorsport.
Den Einstieg in die “K”-Baureihe vollzog BMW 1982 mit der “K100″. Technische Leckerbissen waren Gitterrahmen-Bauweise in Verbindung Mit tragendem Motor-Getriebe-Funktionsblock. Das neue Aggregat, ein wassergekühlter Vierzylinder-Einspritzmotor in Reihenbauweisewaren erstmals längs angeordnet und setzen so einen für das Fahrverhalten günstigen, tiefen Schwerpunkt. Als friedliche Koexistenz der beiden Motorsystem darf die Vorstellung der “R1100 RS” bezeichnet werden. Ausgerüstet mit einem grundlegend neu entwickelten Boxermotor ergänzte dieser Motorradbolide das im oberen Hubraumbereich durch die “K”-Reihe geprägte Produktportfolio. Die “F”-Reihe entstand ab 1993, basierend auf einer Partnerschaft mit Aprilia. 2008 erhielt die “G”-Reihe in Form der Sportenduro “G 450 X” neue Impulse – unter Rückgriff auf einen taiwanesischem Einzylindermotor von Kymco. 2009 ergänzt die “S 1000 RR” die BMW Produktlinie am oberen Ende. Mit dem aktuell erfolgten Einstieg in die Sechszylinder Motorenklasse legt BMW Motorrad die Messlatte noch weiter nach oben: Die Sechszylinder stehen im Verkaufsraum.